Von „Point&Click-Adventures“ zu Room Escape Spielen

Meine ersten Erfahrungen mit Point&Click Adventures, den Vorläufern der Room Escape Spiele, habe ich im zarten Alter von ca. zwölf Jahren gemacht. Damals, auf mehreren 5 ¼ Zoll Disketten, die ich in meinen IBM-kompatiblen Computer mit ungefähr vier MegaHertz hineingeschoben habe, war es King’s Quest 1. Ich war hochmotiviert, galt es doch, die drei Schätze des Königreichs Daventry zurückzuerobern, eine Prinzessin zu retten und zu heiraten. Nicht einmal die Tatsache, dass meine Grafikkarte nur 320 x 200 Pixel bei vier Farben darstellen konnte, tat meiner Motivation Abbruch. Das Point&Click Spielkonzept hatte mich in seinen Bann gezogen. Der Held ging von Raum zu Raum und musste Rätsel mit den Objekten die sich dort befinden, lösen. Nur mit Hilfe der Tastatur bewegte man seinen Held durch die Spielräume. Durch herausfordernde Rätsel und eine gute Story vergass ich im Nu auf die schlechte Grafik und Benutzerführung. Ich verbrachte wohl hunderte Stunden vor meinem PC, meistens alleine, da das Spielkonzept nur ein Solo-Spielen zuließ.

Später kamen dann King’s Quest 2 bis 6, Zak MacKraken, Police Quest und Monkey Island dazu. Die Grafik entwickelte sich natürlich laufend weiter, und zunehmend verdrängten 3D-Spiele die Point&Click-Spiele. Als ich älter wurde, verlor ich aber die Entwicklung der Gaming-Szene aus den Augen.

Doch Jahre später hat sich nun weltweit der Trend zu Room Escape Spielen entwickelt und erfasst nun seit Kurzem auch Wien. Hier wurde das klassische Point&Click Spielkonzept aufgegriffen und aufs „Real Life“ übertragen. Man wird in einen echten Raum geführt und muss dort Schlösser knacken und logische Rätsel lösen, ganz wie damals mit Kings’s Quest. Eine kleine Mini FAQ und was dieses Room Escape genau ist, findet ihr hier.

Im Gegensatz zu damals muss man die Rätsel allerdings im Team mit mehreren Freunden, und nicht mehr alleine, lösen. Das Ganze dauert in der Regel 60 Minuten und macht riesigen Spaß. Der einzige Nachteil – heute muss ich meine eroberten Schätze mit meinen Teamkollegen teilen, und aus der Hochzeit mit der Prinzessin wird es wohl auch nichts mehr werden… 😉 Aber vielleicht finden kreative Escape the Room Veranstalter dazu auch noch eine Lösung…