Kegelbahn - Kugel rollt auf Kegel zu

Kegeln in Wien

Was der Unterschied ist zwischen Kegeln und Bowling haben wir in unserem Beitrag „Bowling in Wien“ bereits erklärt, auch wie das Bowling daraus entstanden ist. Nun beschäftigen wir uns mit dem Urvater des Bowling, dem Kegeln etwas genauer. Kegelbahnen in Wien finden sich entweder noch in urigen Gasthäusern oder in Sportvereinen. Wir werden euch zeigen wo. Doch zuerst gehen wir noch etwas genauer auf den Sport an sich ein, denn ein paar Fragen haben wir noch offen gelassen…

Woher kommt Kegeln?

Erste Formen des Kegelns werden bereits germanischen Stämmen in Mitteleuropa nachgesagt, doch hat man damals noch mit Steinen auf Knochen geworfen. Dauerhaft belegt ist dieser Sport als Volksvergnügen dann seit dem 12. Jahrhundert. Da dabei aber das Wetten darauf wichtiger war als der Sport an sich, wurde es immer wieder versucht zu verbieten, teilweise auch wirklich untersagt. In England zum Beispiel, ebenso in Deutschland, in Frankreich und in der Schweiz.  Doch das Kegeln ließ sich nicht unterkriegen. Im 15.Jahrhundert dann finden sich schon Belege für Kegelplatz in den meisten Gemeinden. Aufgrund der begleitenden Wetten, aber auch weil es ein Spiel war, das dem Vergnügen diente, wurde es natürlich als Gotteslästerung betrachtet von der Obrigkeit. Trotzdem wurde das Kegeln sogar in vielen Klöstern betrieben. Die Mönche haben es kurzerhand umbenannt in „Heidentöten“, die Kegel haben sie sich als Dämonen oder heidnische Götter vorgestellt und diese galt es dann umzustoßen. Was nicht passt, wird passend gemacht! Das Kegeln hielt sich also hartnäckig, der sportliche Aspekt rückte über die Jahrhunderte immer mehr in den Vordergrund und deutsche Auswanderer trugen diesen Sport in die Welt hinaus.

Welche Arten von Kegelbahnen gibt es?

Dass beim Kegeln eine Kugel auf neun Kegel zurollt, die in einer Raute aufgestellt sind, haben wir bereits geklärt unter „Was ist der Unterschied zwischen Bowling und Kegeln?“. Wir haben auch gesagt, dass es beim Kegeln vier verschiedene Typen an Bahnen gibt, die Asphaltbahn, die Bohlebahn, die Scherenbahn aber auch streng genommen die Bowlingbahn. Die Bowlingbahn ist aber komplett verschieden zu den drei anderen, den echten Kegelbahnen. Wir werden hier nur genauer auf die drei Kegelbahnarten eingehen. Diese drei haben gemeinsam, dass der Anlauf und die Auflagebahn in Größe und Beschaffenheit gleich sind. Sie bestehen aus Linoleum, sind in der Regel 5 Meter 50 lang und 35 Zentimeter breit. Die Bahnen unterscheiden sich also in den Laufflächen für die Kugel.

Die Asphaltbahn, auch genannt die Classicbahn, ist 19,50 Meter lang, 1,50 Meter breit und ihr Belag ist aus Asphalt oder aus Kunststoff. Wichtig ist noch, dass die Bahn komplett waagrecht verläuft. Wie der Name Classicbahn schon vermuten lässt, ist sie die verbreitetste Bahnart.

Die Bohlebahn hingegen liegt nicht ganz waagrecht, sie unterliegt einer Gesamtsteigung von zehn Zentimetern in ihrem Verlauf hin bis zum Kegelstand. Die aus Holz oder Kunststoff bestehende Lauffläche streckt sich über eine Länge von 23,50 Metern. Da die Breite nur 35 Zentimeter beträgt, kann der Spieler die Kegel nicht „abräumen“, er muss in die Vollen spielen. Das heißt, dass nach jedem Wurf alle neun Kegel wieder aufgestellt werden.

Die Scherenbahn ist der Bohlebahn sehr ähnlich. Sie hat die gleiche Steigung von zehn Zentimetern, die Lauffläche besteht ebenfalls aus Holz oder Kunststoff und ist ebenso gekehlt. Bis zu einem Laufpunkt von 9,50 Metern ist die Scherenbahn auch 35 Zentimeter breit, doch dann verbreitert sie sich über die restlichen 8,50 Meter wie eine Schere auf 1,25 Meter Breite.

Wo kann man in Wien kegeln?

In Wien findet ihr Kegelbahnen entweder bei Sportvereinen, oder, wenn ihr es lieber authentisch mögt, in urigen alten Gasthäusern. Das hat ein ganz eigenes Flair und ein paar dieser Gasthausperlen werden wir hier vorstellen:

Gasthäuser mit Kegelbahn in Wien

Die älteste Kegelbahn Wiens findet ihr im siebten Bezirk im Gasthaus „Zur Stadt Krems“. Das Lokal ist in der Zieglergasse 37. Seit dem Jahr 1926 werden hier die Neune abgeräumt, also beinahe hundert Jahre schon. Dort findet ihr auch alte Originale, wie eine alte Vereinsliste, die bis 1947 zurück reicht. Hier ist das urige Flair nochmal ganz besonders, deshalb ist die Bahn im Gasthaus auch sehr begehrt und wir empfehlen, früh genug zu reservieren.

Unser nächster Tipp ist das Gasthaus Sagmeister im dritten Bezirk, in der Schimmelgasse 11. Neben den zwei Kegelbahnen im Kellergewölbe mit dem rustikalen Kellerstüberl bietet euch das Sagmeister mit seiner langen Geschichte auch leckere Wiener Küche. Alles mit frischen Zutaten zubereitet.

Aller guten Dinge sind drei, und das ist bei uns eine Wiener Institution. Seit bereits 90 Jahren gibt es das Café Weidinger am Lerchenfelder Gürtel 1 in 1160 Wien. Die Kegelbahn liegt im alten Kohlekeller, der 1967 umgebaut wurde. Das Café Weidinger ist ein echter Original, man hat ein bisschen das Gefühl von Zeitreise. Auch ein kleiner Schanigarten im Hinterhof gehört dazu.

Sportkegeln in Wien

Wer in Wien lieber sportlich kegeln möchte, hat fünf uns bekannte Vereine zur Auswahl. Die Vereine bieten meist ein breites Fitness-, Sport- und Wellnessangebot an. Günstige Mitgliedsbeiträge pro Jahr lohnen sich bei regelmäßiger Nutzung.

Mit der Linie 1 zum KSV-Sportzentrum

Das KSV-Sportzentrum liegt fußläufig an der Prater Hauptallee und der Station Wittelsbachstraße in der Rustenschacherallee 3-5. Neben Kegeln werden auch Badminton, Minigolf, Tennis und Tischtennis angeboten. Für Mitglieder gelten stark vergünstigte Preise. Eine Mitgliedschaft kostet 30€ pro Jahr.

Das UniCredit Center bei Kaisermühlen VIC

Das UniCredit Center ist eine Sportanlage, die auch nicht-Mitgliedern offen steht. Von der U1 Station Kaisermühlen VIC geht man 10 Minuten zu Fuß. Integriert in die Anlage ist ein Fitnesscenter, Ballsportarten und breites Wellness-Angebot. Mit einer ClassicCard um 70€ pro Jahr trainiert man am Wochenende gratis, das Kegeln ist vergünstigt. Schüler und Studenten zahlen nur die Hälfte.

ASKÖ Sportanlage bei Heiligenstadt

Die ASKÖ Sportanlage findet sich im 20.Bezirk in der Hopsagasse 5, zu Fuß fünf Minuten von der U4 Station Heiligenstadt. Pro Stunde kostet die Bahn 8,50€. Der Mitgliedsbeitrag im Verein liegt hier zwischen 100 bis 300€ pro Jahr. Das Angebot ist vielfältig.

MaXX Sportcenter bei Floridsdorf

Das MaXX Sportcenter liegt an der S-Bahn Station Brünner Straße, das Angebot dort ist neben Kegeln reichhaltig und reicht von Capoeira über Tischtennis hin zu Badminton und Kampfsportarten. Eine Bahn kostet 12€ pro Stunde, mit Studentenausweis 9€.

Die SportUnion Wien mit Sportkegeln im 12.Bezirk

SportUnion Wien ist der Dachverband für 200 Vereine mit Sportstätten in fast allen Bezirken. Mittels Gutschein auf der Homepage lässt sich ein Gratis-Schnuppern ergattern. Das Sportkegeln wird vom Verein KSK-Helios im 12.Bezirk angeboten. Das Kegeln findet jeden Donnerstag von 16.00 – 22.00 statt.

WAT Liesing an der S-Bahn Station Liesing

Im 23.Bezirk findet sich der WAT Liesing in der Schartlgasse 10, ein Verein für die Sportarten Tennis, Kegeln, Handball und Badminton. Außerdem werden Zumbakurse angeboten. Jeden Montag um 17.00 findet ein Schnupperkegeln für Nicht-Mitglieder statt.

 

Das war unser Überblick über Kegelbahnen in Wien. Wenn ihr gerne vor einer entspannten Kegelrunde spannende Action haben wollt, dann solltet ihr euch nicht unser Exit the Room Erlebnis bei CrimeRunners entgehen lassen. Wir wünschen Euch viel Spaß beim Spielen!